Zerissenes Bild für immer weg? Restauriere es digital

Heute kam mir eine gute Idee, als ich so im Internet surfte  und dabei auf einen Foto-Designer traf, der gerade einen Beitrag veröffentlicht hatte in dem es um die Restaurierung eines Bildes ging. Darauf hin ist mir das Foto von meinem Neffen wieder eingefallen, das ich noch in der Schublade hatte. Dies war sowieso schon etwas ramponiert und leicht20160805_161410 eingerissen.

Darauf dachte ich mir, ich zeige euch mal eine Methodik, wie man ein solches Foto digital wieder zusammensetzen kann. – Ich muss auch zugeben, dass ich für diesen Beitrag das Bild einmal ganz zerreißen musste um das gut zeigen zu können, aber keine Angst, ich hatte dieses ja sowieso noch digital vorrätig in Hoch-Auflösung. 🙂

Die Restaurierung hier habe ich mit Photoshop gemacht. Es ist natürlich auch mit anderen Bildbearbeitungsprogrammen möglich, die ihr sonst so verwendet.

 

Legen wir direkt los.

  • Bevor wir mit Photoshop beginnen, müsst ihr eure Schnipsel erstmal soweit auf einem hellen Hintergrund ausrichten und diese von oben herab abfotografieren. Je höher die Megapixel der Kamera, desto einfacher wird es, dies nachher wieder zusammen zu flicken. (PS: Wenn ihr ein nur leicht eingerissenes Foto habt, müsst ihr dies natürlich nicht extra erst in viele Teile zerschneiden. Einfach nur abfotografieren und ihr müsst dann nur noch den letzten Schritt hier mit dem Reparatur-Pinsel 6 anwenden. Außer ihr wollt damit die Restoration üben. Außerdem empfehle ich eine helle Umgebung, nutzt lieber nicht den Blitz, wenn ihr die bösen Reflexionen nicht beabsichtigen wollt)
  • Dieses Bild mit Photoshop öffnen.
  • Mit dem automatischen Auswahl-Werkzeug 4 zieht ihr nun über einen Schnipsel nach dem anderen so gut es geht um dieses so auszuwählen. Ich habe es so gemacht, dass ich diese Auswahl dann auf der Ebene mit dem Bild kopiert habe, und auf eine neu angelegte, transparente Ebene eingefügt habe. (Tastenkürzel STRG + C = Kopieren // STRG + V =einfügen)
  • Nachdem ihr eure Schnipsel alle soweit auf eine jeweils eigene Ebene kopiert habt, könnt ihr die AufnahmeScreenshot 2016-08-05 16.30.59 der Schnipsel-Hintergrundebene für´s erste einmal ausblenden. Diese Schnipsel müsst ihr nun noch mittels Bearbeiten -> Transformieren -> Drehen anpassen und schon einmal zurechtlegen (Zusammenschieben. Klicken, Halten und Ziehen), wie es am besten passt und nah einander bringen. Ein Puzzle-Spiel quasi.
  • Nachdem ihr eure Bilder-Teile so zurecht gesteckt habt, müsst ihr unter Umständen erstmal noch Helligkeiten der Bilchen anpassen, sodass es zum Rest noch passt. Hier einfach nach Gefühl arbeiten. Um massenhaft Ebenen zu vermeiden, macht dies am besten immer einzeln über Bild -> Korrekturen -> Helligkeit/Kontrast. Ob es dafür eine schnellere Variante gibt, mittels Schortcuts o. Ä ist mir leider zu diesem Zeitpunkt so noch nicht bekannt.
  • Wenn eure Teile soweit stimmen, müsst ihr eure einzelnen Ebenen noch alle soweit zu einer einzigen EbeneScreenshot 2016-08-05 16.39.56 zusammenfassen um auch die Kanten & Ränder mit erwischen zu können. Am einfachsten, wenn ihr eure Bilder-Ebenen alle untereinander weg habt, die oberste Ebene anklicken, Umschalt halten und auf die letzte Schnipsel-Ebene klicken. Rechtsklick -> Auf eine Ebene reduzieren. Fertig.
  • (Letzter Schritt) Jetzt kommt die eigentliche Fummel-Arbeit. Bereichs-Reparaturpinsel bzw. Reparaturpinsel wählen und so über die noch vorhandenen weißen Rillen ziehen, die entstanden/vorhanden sind. Je nach Motiv kann der automatische Reparatur-Pinsel ausreichen, wenn man damit einfach nur über die Bereiche zieht. Hier varriert das ziemlich stark, deshalb erzähle ich hierbei nurnoch was ich bei Meinem Bild hier gemacht habe. Dort habe ich das meiste mit dem automatischen Reparatur-Pinsel reparieren können. Vereinzelnd musste ich aber etwas genauer werden und so Pinselgrößen immer etwas vergrößern/verkleinern sowie den klassischen Reparaturpinsel, oder auch Klon-Stempel, nutzen. Den nutzt man einfach indem man per ALT + Klick auf einen Bereich klickt. So habt ihr nun diesen Bereich geklont und könnt diesen Genau so woanders wieder einfügen. Am einfachsten anzuwenden bei Kanten, bei Bereichen die etwas eintöniger ausgemalt sind aber eben schlagartig auf eine Seite sich verändert. z.B. am Bildrand. Hierbei unbedingt drauf achten, dass die Pinsel-Härte auf 100% zu halten. Da habe ich mich schon oft geärgert, dass es nicht funktioniert. Dabei hätte ich diese banale Einstellung nur bemerken müssen.. 😀
  • Euer soweit fertig repariertes Bild könnt ihr so nun noch am besten zuschneiden. Vorallem wenn es an einigen Ecken und Kanten außerhalb doch noch etwas schief geblieben ist.

20160805_1614102

Soweit wars das dann eigentlich auch schon. Natürlich kann man dannach noch einzelne Ausbesserungen vornehmen. Das überlasse ich dann ganz euch. 🙂

Dies ist nur eine von wahrscheinlich endlos vielen Methoden, ein altes, zerissenes Foto digital wieder zusammenzusetzen.

Jeder darf hier gerne etwas selbst experimentieren und so seinen eigenen Stil finden. 🙂

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